In diesem Jahr fand das 26. Familientreffen der von der Grün statt. Wir trafen uns in Waldeck östlich von Kemnath. Gut 20 Familienmitglieder haben sich eingefunden und wir haben bei herrlichem Wetter die Burg, auf der unser Vorfahr Philipp Jakob (388) bis zum Beginn des 30-jährigen Krieges als Landrichter von Waldeck – Kemnath amtierte, besichtigt.

Gruppenbild vom Familientreffen 2024, Foto Thomas von der Grün
Von der Familie gab es einige Neuigkeiten zu berichten, darunter auch die freudige Nachricht von drei Geburten.
Außerdemhaben wir in diesem Jahr das Schloss Neuhaus bei Selbitz erbaut 1428 wieder entdeckt. Damals waren die von der Grün die ersten Grundherren der Gemeinde Neuhaus und Rodesgrün. Die Brüder Nikolaus von der Grün (341) und Konrad von der Grün der Reitzensteiner (342), der Stammvater der Freiherrn von Reitzenstein, haben hier gelebt. Wir konnten das schön restaurierte Schloss besichtigen, es befindet sich heute im Privatbesitz. Inzwischen haben wir weitere Details zur Geschichte des Schlosses zusammengetragen und hoffen es einmal im Rahmen eines Familientreffens zu besichtigen. Dann können wir in diesem Rahmen auch weitere Details zur Geschichte berichten.

Bild von Schloss Neuhaus 2024, Foto Thomas von der Grün

Bild von Schloss Neuhaus 2024, Foto Thomas von der Grün
Zurück zu unserem heutigen Ziel Waldeck:
Die Geschichte schließt an die Berichte von den Hammerwerken an der Fichtenohe an, die im Familientreffen 2007 detailliert erzählt wurde und die damit endet, dass die Hämmer aus Holzmangel geschlossen wurden. Sie sind heute noch in dem Tal zu sehen. 1522 war Georg von der Grün (359) hier der Hammermeister. 1576 hat er den baufälligen Hammer verkauft, der 1811 abgerissen wurde. Das ist im Übrigen der Georg dessen Grabstätte wir letztes Jahr in Alfeld besichtigt haben. Die 95 Thesen, die 1517 von Martin Luther in Umlauf gebracht wurden, haben dazu geführt, dass Georg Anhänger wurde und er seine Söhne Jakob (365) und Hans (375) „evangelisch“ erzogen hat. Er hatte außerdem 8 Töchter. Hans übernahm von seinem Vater die Mühle, alle anderen Geschwister haben auf ihr Erbe verzichtet. Im Lauf der Zeit übernahm er weitere Lehen zu denen er 1563 den Sitz zu Weihersberg als Beutellehen mit einem Vorkaufsrecht für seine Erben kaufte. Der Kaufpreis waren 6800 Gulden, das sind ca. 30 Jahresgehälter des höchsten Beamten des Bezirkes, auf den wir gleich kommen. (Ein Landsknecht musste zu der Zeit mit 5 Gulden im Jahr auskommen.) Außerdem mussten 600 Gulden als Lehensabgabe gezahlt werden. Die Enkelin von Hans mit dem Namen Anna Maria (396) hat Weihersberg als Mitgift erhalten, und somit fiel das Schloss in den Besitz der Familie von Hirschberg, die es heute noch besitzt und mit viel Aufwand und Unterstützung das Schloss umfassend renoviert hat. Weihersberg liegt ca. 10 km südlich von Waldeck und kann nur von außen besichtigt werden.
Im Mittelpunkt für die historischen Zusammenhänge für dieses Treffen steht der Landrichter Philipp Jakob (388), einer von 4 Söhnen von Hans von der Grün (375), der 1585 gestorben ist.
Der älteste Sohn Hans (378) verwaltete die Güter, die anderen 3 Söhne studierten. Sie kamen weit herum über Heidelberg nach Holland und der zweite Bruder Hans Christoph (387) wurde Kurpfälzischer Kanzler, darüber wurde auch schon ausführlich berichtet.
Philipp Jakob (388) wurde 1570 geboren und studierte 1587 zunächst in Wittenberg und anschließend in Neapel. Er kehrte in die Obere Pfalz zurück und wurde mit 27 Jahren zum Richter in Speinshart und später zum Landrichter in Waldeck und Kemnath ernannt. Schließlich stieg er bis zum Hofrichter in Bayern auf. Nach heutigem Verständnis war er damit in seiner Funktion oberster Richter und Landrat zugleich. Die Burg Waldeck ist errichtet auf einem Basaltkegel und eine der ältesten Burgen der Oberpfalz. Sie liegt an der Handelsstraße von Würzburg nach Eger und war dadurch von großer Bedeutung für Kemnath. 1705 wurde die Burg zerstört, und somit ist heute nur noch die Ruine zu sehen. Der rührige Heimatverein hat mit viel Mühen die Grundmauern freigelegt und Teile wieder aufgebaut. Man kann die Dimensionen der Burg gut erfassen. 1597 bis 1622 amtierte der wohledel geborene, gestrenge Herr Philipp Jakob auf dieser Burg. Er ritt mit Begleitung von Unterbeamten durch den Bezirk hielt Verhöre ab, reiste nach Amberg und verdiente im Jahr die vorhin erwähnten 200 Gulden im Jahr plus Spesen. Philipp Jakob war vermögend und genoss großes Ansehen. Aber er war Lutherischen Glaubens und 1621 eroberte Maximilian von Bayern das Gebiet im Auftrag des Kaisers und es wurde zwangsweise katholisch. Philipp Jakob wurde 1622 abgesetzt und starb 1625. Seine 4 Söhne verschollen im 30-jährigen Krieg, eine der Töchter Sabina Barbara (395) begegnen wir wieder in der Burg Rabenstein.

Überblick zur Burganlage Waldeck, Foto Thomas von der Grün

Blick von der Burgruine, Foto Thomas von der Grün

Blick auf die Burgruine Waldeck von Süden, Foto Thomas von der Grün
Noch ein paar Impressionen vom Treffen:



Bilder im Garten, Fotos Thomas von der Grün
Wer noch die vielen Details zu unserer Geschichte in Waldeck nachlesen möchte, findet diese hier als pdf.