In diesem Jahr fand das 27. Familientreffen der von der Grün statt. Wir trafen uns im Mautkeller in Nürnberg, wo sich unsere Familie schon vor über 100 Jahren zu den ersten Familientreffen versammelt hat. Unser Vetter Georg von der Grün (570) hatte diese organisiert. Veranstaltungsort speziell in den sechziger Jahren war wie heute der Mautkeller in Nürnberg. Wer die alten Einladungen und Texte, zu denen weiter unten eine Zusammenfassung folgt, genau nachlesen möchte, findet diese unter hier als pdf.
Wir trafen uns in einem Nebenraum des Mautkeller in einem großen Kellergewölbe. Der Bericht startete mit einem Auszug aus den vielen Kontakten und Anfragen, die uns erreicht haben. Oftmals kommen sie von Familienforschern anderer Familien, die einen oder eine von der Grün in ihrer Ahnenlinie entdeckt haben und diese in unsere Linie auffinden bzw. einordnen möchten. Auf diesem Weg erhalten wir auch Dokument wie z.B. Lehensurkunden oder neue Varianten unseres Familienwappens. Bei dieser Gelegenheit wurden verschiedenste Varianten gezeigt, die in Materialien wie Leder, Emaille, Stein oder auf Papier gearbeitet wurden.
Es kamen erfreulicherweise auch im letzten Jahr wieder neue Familienmitglieder hinzu. Leider müssen wir uns von Wolfgang (96) verabschieden, er ist am 10. Oktober 2024 nach schwerer Krankheit verstorben. Er hat gemeinsam mit Almuth (98) über viele Jahre zu den Familientreffen eingeladen. Er hat mit seiner positiven Wesensart viel für den Zusammenhalt in unserem Familienverbund getan, dafür sind wir ihm und natürlich auch Almuth sehr dankbar.
Heute soll es um Georg von dem Grün und die Familientreffen gehen, die u.a. im Mautkeller stattfanden:

Georg von der Grün, Foto Bayerischer Landesverein für Familienkunde
Georg (570) hat beginnend 1920 bis zu seinem Tod am 13.4.1962 über lange Jahre Familienforschung betrieben und zahlreiche Familientreffen veranstaltet. Damit hat er die Grundlagen für unsere Familienforschung gelegt, auf denen Erika (272) aufbauen konnte. Geboren wurde er am 20.8.1889 (Linie Troschenreuth). Er war mit Maria verheiratet und hatte zwei Töchter Eva und Irmgard. Er war Gründungsmitglied, erster Landesvorsitzender und Ehrenmitglied im Bayerischen Landesverein für Familienkunde.
Georg hat 1912 – 1914 in München studiert, er war Lehrer in Vaterstetten bei München, und er hatte einen Bruder mit dem Namen Ludwig (573). 1920 hat er als junger Lehrer in den Ferien intensiver in Pfarrbüchern in Thurndorf, wo sein Vater herstammt, recherchiert. Später schrieb er selbst: „Mit dürftigen Notizen in einem Schulheft begann ich 1909 und heute besteht meine Stoffsammlung aus Tausenden von großen und kleinen Blättern.“ Viele der Unterlagen befinden sich im Staatsarchiv in München und wurden von uns bereits digitalisiert.
Eine seiner ersten Abhandlungen befasst sich mit der Entstehung unseres Namens.
Hier ein Auszug: „Im Vogtland hießen Örtlichkeiten, die auf ausgerodeten Waldstücken entstanden, nicht Reut oder Gereuth, sondern Grune oder die Grune. “Die Grün“ ist also eine Örtlichkeit wie die Linde, die Tanne, die Mühle, aber aus dem Sprachgebrauch verschwunden.“ Er führte dann den Namen bis Cunrad von der Grune (340) also Conrad von der Grün ins Jahr 1511 zurück.
Er war mit der Familienforschung sehr aktiv.
Ostern 1920: Sein Ziel war es ein Buch über unsere Familiengeschichte zu erstellen. Vor dem Krieg, dem 1. Weltkrieg, hätte das für 300 Bücher 2000 Mark gekostet. Nach dem Krieg das zehnfache, da hofft er auf „bessere Zeiten“. Er richtete ein Familienkonto ein und bat die Familienmitglieder einzuzahlen. Um die Zeit bis zum Erscheinen des Buches (mehrere Jahre) zu verkürzen, veranstaltete er Familientreffen, um zu berichten.
Im September 1920 berichtete er: „Die Familiengeschichtskasse hat durch den Osteraufruf einige namhafte Spenden von 50 Mark, 30 Mark, 20 Mark, sowie einige kleinere erhalten; doch war die Zahl der tauben Ohren und der zugeknöpften Geldbeutel leider weit größer als ich fürchtete. Ein paar Zigarren im Monat weniger, (besonders Ihr jungen ledigen Herren!) und eine kleine Gelegenheitsspende am Geburts- oder Namens- oder an einem sonstigen „guten“ Tag - dieses Opfer sollte man schon bringen!“
1921 erfolgt der Aufruf zu einer Familienstiftung, um den sozialen Wiedereinstieg unserer Familien anzubahnen. Mit 5000 Mark wollte er begabten von der Grün Stipendien zukommen lassen.
1924 führte er Zusammenkünfte in München, Nürnberg und Schnabelwaid durch. Er schrieb: „Für alle aber, die nicht aus triftigen Gründen fernbleiben müssen, ist das Erscheinen Ehrenpflicht!“ Georg hat drei Vereinbarungen mit den Familienmitgliedern geschlossen: die Drucklegung der Familiengeschichte ist anzustreben, der Familienzusammenhalt soll gefördert werden und alle 1-2 Jahre soll ein Familientag veranstaltet werden.
1926 sprach Georg das erste Mal von Not in der Zeit, auch der Stand der Familienkasse und der Stiftung füllte sich nur zögerlich. In den Unterlagen sind bis 150 Mark nachgewiesen. Es fand der erste Familientag in Pegnitz statt, da entstand das Bild.

Bild vom Familientteffen 1926, Georg ist oben der 3. von li.
Danach folgte eine große Unterbrechung bis Ostern 1959. Einen Grund konnte ich nirgends finden. Damals war Georg 70 Jahre alt und hatte sein Leben lag Familienforschung betrieben. Er veranstaltete ein Treffen in der Mauthalle mit 45 Teilnehmern. Unter anderem erklärte er: „Nach Texas, USA ausgewandert ist im Dezember 1956 der Drogist Otto v. d. Grün (93) mit seiner Ehefrau Ursula, geb. Bunde (94), und seinen Kindern Hans Dieter, geb.1946 (95), Wolfgang, geb.1948 (96) und Ilona, geb. 1953 (97).